Yamaha BT 1100 Bulldog
Die Yamaha BT 1100 Bulldog sah ich das erste Mal in einem Motorrad-Magazin, die Bilder und die technischen Daten machten mich neugierig. So rief ich einen Yamaha-Händler in Oldenburg an und vereinbarte eine ausgedehnte Probefahrt, d.h. ich lieh mir die Bulldog für einen Vormittag aus. Der Spaß begann bereits beim Anlassen, dieses Wummern und Stampfen, das sich bei etwas Gas zu einer angenehmen Klangorgie entwickelt. Ich traute mich anfangs nicht den Gashahn aufzudrehen und legte in rascher Folge die Gänge ein.
Die Schaltung funktionierte geschmeidig, präzise und geräuscharm, außer beim 1.Gang, da klackt es wie bei der Lanz-Bulldog. Der Kardanantrieb ist hervorragend abgestimmt, das Lastwechselspiel relativ gering. Über Landstraßen fuhr ich an die Nordsee, sinnig, um ein Gefühl für die Maschine zu bekommen. Mir fiel sofort das kurvenfreundliche Lenkverhalten der Bulldog auf, mit minimalem Kraftaufwand lässt sie sich präzise in die Kurven ziehen – das macht Lust auf flotte Kurvenhatz. Schon auf der Hinfahrt genoss ich die aufrechte und entspannte Sitzposition, im Blickfeld das gelungene Cockpit mit chromblitzenden Armaturen.
Für die Rückfahrt nahm ich dann meine Hausstrecke um eine direkte
Vergleichsmöglichkeit mit meiner offenen (61 PS) NTV 650 zu haben, die
Kurvenhatz konnte beginnen. Natürlich war ich mit der Leihmaschine
etwas zurückhaltender, es wurde aber schnell deutlich wie wohl ich mich
auf der Bulldog fühlte, es stimmte einfach alles: Motor, Getriebe und
Kardanantrieb, Fahrwerksabstimmung und Bremsen, die aufrechte
Sitzposition. Mit der NTV 650 war ich schneller aber mit der Bulldog
fuhr
ich entspannter, es ist die Ausgewogenheit der Bulldog welche den Spaß
am Motorradfahren garantiert.
| Mit einem Dreh am
Gasgriff spüren Sie sofort die Kraft des pulsierenden V2 mit 1063 cm³
Hubraum. Der Sound des fahrtwindgekühlten Motors begleitet den Vorschub
mit sattem Tonfall, Schon bei 4500 U/min gelangt das maximale
Drehmoment via wartungsfreien und leise laufenden Kardanantrieb zum
Hinterrad und sorgt für eine stressfreie Beschleunigung auch im hohen
Gang. Der luftgekühlte V2-Motor mit je einer obenliegenden Nockenwelle passt mit seiner bärenstarken Kraftentfaltung im mittleren Drehzahlbereich ideal zur Bulldog, weil er ebenso puristisch ist. Allerdings muss der Bulldog-Fahrer nicht auf einen wartungsfreien Kardanantrieb verzichten. |
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Das kompakte Cockpit
liefert im Blickfeld des Fahrers alle wirklich wichtigen Informationen
- und zwar formschön: Der Drehzahlmesser ist in den Tachometer
integriert, eine Uhr, 3 Kilometerzähler sowie eine
Kraftstoffanzeige gehören dazu. Zur hochwertigen Auspuffanlage aus Edelstahl gehören dicke Krümmerrohre, die in zwei hochgezogene Schalldämpfer münden. Und der satte Sound, den diese Auspuffanlage entlässt, gehört zum guten Ton eines echten V2-Motors. Zum minimalistischen Stil der Bulldog passt der runde, starke Scheinwerfer. Er wird von einem leichten Lampentopf aufgenommen, der unter dem getönten, stilvollen Windschild sitzt. |
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Bauart
........................ 2-Zyl. 4-Takt V-Motor Abgasnorm .................. EU-1 Hubraum (ccm) ............ 1063 Ventilsteuerung ............ OHC Ventile ........................ 2 pro Zylinder Bohrung x Hub (mm) ...... 95 x 75 Verdichtung ................. 8,3 :1 Nennleistung ................ 47,8 kW (65 PS) b. 5500/min max. Drehmoment ......... 88,3 Nm b. 4500 U/min Vergasertyp ................. MIKUNI BSR37/2 Vergaserduchmesser (mm)... 37 Zündung ............... Digitale Transistor-Kennfeldzündung Lichtmaschinenleistung (Watt) ... 350 Batterie ....................... 12 V;12 Ah Starter ........................ Elektro Kupplung ...................... Mehrscheiben-Ölbadkupplung Getriebe ....................... 5-Gang Gangstufen ................. 2,353/1,667/1,286/1,032/0,853 Primärübersetzung ......... 1,66 Sekundärüberselzung ..... 2,875 Sekundärantrieb ............ Kardan |
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Rahmenbauart .................. Rohrrahmen |
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| Mein Favorit ist die Ausführung in Silber Metallic |
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Es gab sie auch in
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Warum ich immer noch die NTV 650 fahre? Nun, die Nachfrage nach der
Bulldog ist einfach zu
groß, das verschlechtert die Position des Käufers ganz erheblich. Zudem
wurde damals gerade die Garantieleistung auf Gebrauchtmaschinen
eingeführt, so hätte ich meine NTV 650 fast verschenken müssen. Ich
werde
also geduldig warten, bis die ersten Gebrauchten auf dem Markt sind,
auch wenn das noch 1 bis 2 Jahre dauern kann, wer verkauft schon seine
Yamaha BT 1100 Bulldog.
Dann war es soweit, ich konnte nicht widerstehen: BT 1100, 2 Jahre alt, schlappe 8 000 km auf dem Tacho und ein sympathischer Vorbesitzer. Sie begleitet mich bis heute und hat das gleiche Stehvermögen wie die NTV 650. Öl, Inspektion und Reifen, mehr hat sie bisher nicht gebraucht und den Spaß am Motorradfahren bietet sie immer noch.