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Als Flieger kenne ich mich mit der Navigation aus,
denke ich zumindest. VOR's, NDB's und ILS Approach sind alles keine
Fremdwörter. Das führte bei mir zu der Einstellung, dass ich kein GPS
brauche, unter dem Motto "Was soll der Quatsch". Heute habe ich eins,
lesen Sie hier warum das so ist.
VFR-Flüge und Navigation
Beim Stichwort Navigation denke ich nun nicht an die Kaffeeflüge auf
den Hausstrecken, zu den Kaffeeflügen zähle ich alle Flüge im Umkreis
einer ½ Flugstunde vom Heimatflughafen. Hier ist man so oft in der
Luft, das einem selbst bei marginalen Sichtverhältnissen nicht die
Orientierung verloren geht. Es sieht ganz anders aus wenn Sie sich von
Ihrer bekannten Umgebung entfernen und auf die grundlegenden Kenntnisse
der Navigation zurückgreifen müssen. Sie haben als Flugschüler gelernt
Ihre Flugroute mit Hilfe von Flugkarten, markanten Geländepunkten,
Auffanglinien und der Funknavigation zu planen und durchzuführen. In
der Praxis klappt das auch, zumindest bei schönem Wetter und am Tage.
Trotz sorgfältiger Flugvorbereitung,
einschließlich der inzwischen verläßlichen Wetterberatung, kommen Sie
aber in Probleme wenn sich das Wetter unerwartet verschlechtert oder
die Wolkenuntergrenze auf 1.000 Fuß absinkt. Wegen der geringen
Flughöhe wird dann aus der genauen Position nur noch eine ungefähre
Position, da VOR und DME nicht mehr zur Verfügung stehen. So kann dann
schnell aus dem Vergnügen richtiger Stress werden. Sicher geht es ihnen
auch so, ich fühle mich nur wohl, wenn ich jederzeit genau meine
Position kenne, die Betonung liegt hierbei auf genau und nicht ungefähr.
Bei meinem Rückflug von Midden Zealand (EHMZ)
nach
Oldenburg waren die Wetterverhältnisse sehr schlecht. Meine Navigation
stütze sich sehr stark auf VOR‘s und NDB‘s und der VFR Korridor vorbei
an Rotterdam und Amsterdam ist relativ schmal. Ich hatte das erste Mal
ein GPS dabei, geliehen nur für diesen Flug und war begeistert. Der
Wegpunkt RR-EHM ist definiert durch einen Radial des RR-VOR‘s und dem
RR-NDB. Mein ADF hatte sich verabschiedet, doch mit Hilfe des GPS
konnte ich mühelos meiner geplanten Flugroute folgen, ohne in Hektik zu
verfallen.
Nach dieser Erfahrung gab ich meine ablehnende
Haltung ("Was soll der Quatsch") gegenüber dem GPS auf. Auch der
Sicherheitsaspekt, Ausfall einzelner Navigationsinstrumente oder des
Bordnetzes, haben mich schließlich überzeugt. Mußte noch geklärt werden
wie viel „GPS" brauche ich eigentlich?
Wie viel "GPS" braucht der
VFR-Flieger?
Selbst die heutigen GPS-Empfänger der unteren Preiskategorie sind
hochkomplexe Computersysteme, mit einem für die Größe der Geräte
riesigen Vorrat an Flugplanungsdaten, Frequenz-, Flugplatz- und
Karteninformationen. Kleine und große, schwarz-weiß oder farbige
Anzeigen, mit oder ohne Datenbank, automatisch nachgeführte Karten, das
Angebot ist riesig und die Preisspanne auch. Welches sind die Kriterien
nach denen ein GPS für den VFR-Flieger ausgesucht werden soll?
Beantworten Sie sich selbst die folgenden Fragen, ohne mit einem Auge
schon auf meine Antworten zu schielen ;-) :
Soll das GPS ...
- in verschiedenen Flugzeugen einsetzbar sein?
- die bisherige Flugplanung überflüssig machen?
- den Gebrauch von Luftfahrtkarten im Cockpit
ersetzen?
- an den Autopiloten gekoppelt werden?
Meine Antworten zu den 4 Fragen lauten wie folgt:
- Ja, unbedingt, da ich sehr oft die
unterschiedlichsten Modelle fliege, aber bitte ohne externe Antenne.
- Das GPS ersetzt in keinem Fall meine, vom
Gesetzgeber geforderten, Flugvorbereitungen und -planungen. Deshalb
benötige ich vom GPS auch keine Angaben zu Luftraumstruktur,
Landebahnen, Höhen und Frequenzen.
- Nein, das ist für mich unvorstellbar, ohne
aktuelle Luftfahrtkarten starte ich nicht mal zu Kaffeeflügen, ich
werde mein Kniebrett nicht ausrangieren.
- Nein, ich möchte selber fliegen, ich komme ja
auch nicht auf die Idee meine Flüge von einem Co-Piloten durchführen zu
lassen.
Daraus folgte für mich:
- es soll ein GPS-Handy ("hand held") sein, mit
einer Batterielaufzeit bis zu 6 Stunden (mehr Treibstoff habe ich
nicht an Bord).
- ohne Datenbank, aber mit ausreichend großem
Speicher für Flughäfen, Landebahnen, VOR/NDB Einträge,
Pflichtmeldepunkte, etc.
- monochrome Anzeige, klares und kontrastreiches
Display mit Hintergrundbeleuchtung.
- Keine Kopplung mit anderen
Navigationsinstrumenten, aber einer Schnittstelle zur Programmierung
sowie die Anschlussmöglichkeit einer externen Spannungsquelle
(Bordnetz).
Ich habe mich für das GARMIN GPS 12 entschieden,
der Preis von ca. 170,00 € und seine Speichermöglichkeit für 500
Wegpunkte und 20 Routen macht den Einsatz bei VFR - Flügen interessant.
Die Kapazität reicht für eine große Anzahl deutscher Verkehrsflughäfen,
Militärflughäfen, kontrollierten Flugplätzen, Verkehrs- und
Sonderlandeplätzen, Pflichtmeldepunkten und Navigationshilfen wie
VOR/NDB. Da bleiben noch ausreichend individuelle Wegpunkte und alle
sind als Moving-Map und jetzt sogar als DME nutzbar sind. Die
Leistungsmerkmale des GARMIN GPS 12 reichen völlig als Navigationshilfe
für VFR - Flüge aus, denn Sie wollen schließlich keine IFR "Precision
Approaches" fliegen.
Als Zubehör ist ein Datenkabel (ca. 30,00 €) lieferbar, damit können
die Daten mit einem Computer (RS232-Schnittstelle) aus dem GPS gelesen,
sowie Wegpunkte und Routen in das GPS mit einer Routenplaner-Software
übertragen werden. Auch die Anschlussmöglichkeit einer externen
Spannungsquelle (Bordnetz) ist über ein spezielles Kabel (ca. 45,00 €),
z.B. über den Zigarettenanzünder, möglich.
GPS-Bedienungsanleitungen und Schulung
Die Bedienungsanleitungen für die GPS-Geräte sind in der Regel sehr
umfangreich. Es sind nicht nur die Grundfunktionen beschrieben,
sondern, je nach Modell, auch Verfahren für die IFR-Nutzung. Die
Nutzung der Satellitentechnik für die Navigation und das hohe
Leistungsniveau der heutigen GPS-Empfänger sollen keineswegs in Frage
gestellt werden. Wichtig ist jedoch, dass Grenzen in der betrieblichen
Nutzung erkannt werden und dieses System nicht als Ersatz für fehlende
Randbedingungen oder nicht ausreichende fliegerische Fähigkeiten dienen
soll.
Es empfiehlt sich die folgenden Grundsätze bei
GPS-Einsatz unter Sichtflugregeln (VFR) zu berücksichtigen; nein, nicht
nur berücksichtigen, halten Sie sich strikt dran:
- GPS kann ausreichende Sichtwetterbedingungen
nicht ersetzen.
- Flugführung und Beibehaltung der Fluglage
müssen unter allen Umständen durch den Luftfahrzeugführer gewährleistet
werden.
- Mit der Bedienung des GPS-Empfängers vertraut
sein, setzt eine gründliche Einweisung und regelmäßiges Training voraus.
- Auch bei GPS-Nutzung ist eine umfassende
Flugvorbereitung unbedingt notwendig.
- Bei "direct to" Funktionen Höhenprofil des
Geländes, Hindernisse und die Luftraumstruktur beachten.
- Navigationsunterstützung mit GPS-Geräten
erfordert eine kontinuierliche Nutzung während des Fluges, d.h.
Einschalten oder Programmieren in kritischen Situationen kann zu
zusätzlichen Stresssituationen führen.
GPS im Einsatz
Da ist es nun das neue GARMIN GPS 12, Sie haben sich auch schon durch
die Bedienungsanleitung gekämpft, Ihren ersten VFR-Flug mit dem GPS
hinter sich und sind doch etwas enttäuscht.
Sie möchten die Möglichkeit haben Ihre Position zu bestimmten
Referenzpunkten anzuzeigen, z.B. einem Flughafen, NDB,
Pflichtmeldepunkt oder einem markanten Punkt aus der Karte. Das GPS 12
hat keine Datenbank, Sie müssen jeden einzelnen Wegpunkt über die
Tasten des GPS eingeben. Handelt es sich um 5 bis maximal 10 Wegpunkte
geht es mit dem GPS, doch bei allem was darüber liegt hört der
sprichwörtliche Spaß dann auf.
Sie benötigen ein Computer Programm um diese
Wegpunkte und Routen übersichtlich und schnell einzugeben. Wenn Sie für
Ihr GARMIN GPS 12 ca. 170,00 € bezahlt haben, werden Sie nicht gewillt
sein den gleichen Betrag oder weitaus mehr für GPS-Software auszugeben.
Ich habe einige Programme aus dem kommerziellen Bereich, aber auch
Freeware und Shareware Versionen getestet.
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